Herzlich Willkommen!

Unsere Mitteilungsweise schätze ich deshalb hoch ein, weil ich an mir und auch anderen immer wieder beobachte, wie hilfreich es ist, wenn man sich nicht ungefragt der Meinung von Autoritäten unterwirft. Autoritäten können zu Recht als solche anerkannt sein, oder es kann ihnen ein Wert zugeschrieben werden, den sie nicht verdient haben. In der Quäkerandacht oder einer ihrer Geschäftsversammlungen ist durch Schweigen und Bedachtsamkeit immer Raum für Größeres als den augenblicklichen Bewusstseinsstand. Oft scheue ich — und bin nicht allein damit — das unsichere Neue, vor das ich gestellt bin.

Das kann so weit gehen, dass das Neue gar nicht erkannt wird. Nicht gerade ein Zustand der Gnade. Bin ich aber mit Freunden versammelt, um für höhere Erkenntnis, für Führung durch Gott offen zu sein, dann verlieren die vielen Ansprüche der klugen Argumentationen, der Getriebenheiten, der Traditionen an Gewicht. Viele Wege führen zu dieser Art von Freiheit, dieser Annäherung an das Göttliche. Ich freue mich über den Quäkerweg dahin, ich gehe ihn gemeinsam mit Freunden, er trainiert meinen Sinn für den Wert von Menschen überhaupt. Ich muss mich nicht vom Kern des Guten trennen, wenn übermächtig scheinende Autoritäten sich zwischen mich und Gott oder dessen Geschöpfe schieben wollen. Andere Menschen, die ich noch nicht kenne, schätzen diesen Weg vielleicht so ähnlich wie wir Kölner Quäker.

Eva Liebmann